Liebe Bürgerinnen und Bürger,
Kinder und die Bildung unserer Kinder sind unser wertvollstes Kapital. Deshalb darf kein Kind in Nordrhein-Westfalen verloren gehen. Für uns steht fest, dass wir das mit dem gegenwärtigen Schulsystem nicht erreichen. Soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und eine hohe Bildungsbeteiligung sind keine Kennzeichen nordrhein-westfälischer Bildungspolitik. Und wenn sich nicht schnell etwas ändert, werden wir immer mehr Kinder verlieren. Das Festhalten am alten Bildungssystem der Auslese durch die Regierung Rüttgers verbaut unseren Kindern Zukunftschancen mit dramatischen Folgen.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen die beste Bildung für alle. Bildungspolitik muss sozial gerecht sein, Hürden beseitigen, qualifizierte Abschlüsse für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen und Zukunftschancen für alle Kinder und Jugendlichen öffnen.
Damit das gelingt, muss sich die Schul- und Bildungspolitik grundlegend ändern. Wir treten ein für: längeres gemeinsames Lernen unter einem Dach, mit einem Kollegium und im Ganztag. Denn es ist bildungs- und sozialpolitisch unverantwortlich, bereits neunjährige Kinder in Schubladen einzusortieren, aus denen sie nicht mehr raus kommen. Im Rahmen unseres Konzeptes Gemeinschaftsschule werden Eltern, Kommune, Lehrer und Schule gemeinsam entscheiden, wie der organisatorische Weg nach Klasse sieben weitergehen soll. Der inhaltliche Weg ist längst klar: individuelle Förderung, ein Höchstmaß an Durchlässigkeit, ganzheitliches Lernen, fördern und fordern, um allen die größtmöglichsten Chancen zu geben.
Wie sagt schon das Sprichwort? Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir. Nur dass das Leben und seine Anforderungen heute sehr viel komplizierter und vielschichtiger geworden sind als vor vielen Jahren. Deshalb brauchen wir eine zeitgemäße Antwort auf die Fragen und Probleme des 21. Jahrhunderts. Dabei haben wir auch den Mut, Strukturen zu verändern, bevor uns die bereits stattfindenden Veränderungen die Strukturen zerschlagen. Doch all das braucht Zeit, Zeit um mit allen Betroffenen akzeptierte Lösungen zu erarbeiten.
Sozialdemokratische Bildungspolitik heißt deshalb im Rahmen eines Sofortprogramms auch, unter den geltenden Bedingungen Verbesserungen einzuführen, wie zum Beispiel: echte Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9, Stärkung des Elternwillens bei der Schullaufbahnentscheidung, Abschaffung der Kopfnoten, Wiedereinführung der Drittelparität, Abschaffung der Schulbezirke rückgängig machen, Ausbau der Schulleitungszeiten.
Und selbstverständlich umfasst bessere Bildung von der Kita, über Schule und Hochschule, bis zur dualen Ausbildung und dem lebensbegleitenden Lernen wirklich alles. Wer Chancengleichheit ernst meint, muss den freien Zugang ohne Beiträge zu allen Bildungseinrichtungen garantieren - von der Kita bis zur Uni. Nur eine weitreichende Gebührenfreiheit sichert soziale Gerechtigkeit.
