Liebe Bürgerinnen und Bürger,
Bildung fängt bei den Kleinen an. Alle wesentlichen Studien weisen unmissverständlich nach, wie hoch der Stellenwert frühkindlicher Bildung für die spätere Entwicklung der Menschen ist. Daher wollen wir diesen Bildungsbereich auch massiv stärken und ausbauen, und zwar für alle Kinder in Nordrhein-Westfalen. Denn eine hohe Qualität in der frühen Bildung nützt allen Kindern, vor allem denjenigen, die unter schwierigen sozialen Bedingungen ins Leben starten.
Kindertageseinrichtungen sollen die Förderung jedes einzelnen Kindes unter optimalen Bedingungen anbieten können. Dazu gehören kindgemäße Bildungs- und Erziehungspläne, Zeitgestaltung, Räume und Umgebungen - sowie Betreuungspersonen in ausreichender Zahl und mit guter Qualifikation. Es geht nicht nur um Plätze, sondern um die Kinder.
In Nordrhein-Westfalen hatten wir ein gutes, anerkanntes und allseits geschätztes Kindergartengesetz. Statt das Kindergartengesetz weiter zu entwickeln und an die gesellschaftlichen Notwendigkeiten sowie die geänderten familiären Bedürfnisse anzupassen, haben wir jetzt das "KiBiz", das so genannte Kinderbildungsgesetz. Ein Gesetz, das nicht hält, was sein Name ankündigt. Im KiBiz geht es nämlich nicht um Kinderbildung, sondern das KiBiz ist ein reines Finanzierungsgesetz. Und ein schlechtes obendrein.
Wir werden nach dem 9. Mai 2010 ein Kinderbildungsgesetz vorlegen, das seinen Namen wirklich verdient. Mit maßgeschneiderten Sofortmaßnahmen werden wir die Kinderbildung in Nordrhein-Westfalen verbessern. Dazu zählen unter anderem bedarfsgerechte Finanzierungspauschalen, kleinere Gruppen sowie der Einstieg in die Akademisierung der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Wir legen Wert auf Trägervielfalt, weil damit nicht nur unterschiedliche pädagogische Ansätze, sondern auch christliche und weltliche Erziehungsgrundsätze angeboten werden.
Den Besuch der Kindertageseinrichtungen werden wir schrittweise gebührenfrei machen. Die Finanzierung dafür muss durch das Land erfolgen. Den Ausbau der U-3- Betreuung werden wir bedarfsgerecht fortsetzen. Aber nicht zu Lasten der älteren Kinder. Im Gegenteil, der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz muss für alle Kinder gelten.
Gute Bildung beginnt früh. Wir wollen Kinder und Familien erfolgreich fördern und beraten, deshalb verstehen wir die kinder- und familienpolitische Infrastruktur ganzheitlich. Für uns gilt der Grundsatz "Ungleiches ungleich behandeln": Einrichtungen in sozialen Brennpunkten haben ganz andere Anforderungen zu bewältigen, als solche in bürgerlichen Stadtvierteln. Daher muss die derzeitig einheitliche Förderung nicht nur erhöht, sondern auch mit einem Sozialindex versehen werden. Das Geld muss dort ankommen, wo es gebraucht wird. Familien dürfen mit ihrer Verantwortung für eine positive Entwicklung ihrer Kinder nicht allein gelassen werden.
