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Carina Gödecke
Bildung

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Mit Mut, Entschlossenheit und kommunalpolitischer Weitsicht wurden Ende der 50-ziger/Anfang der 60-ziger Jahre im Bochumer Stadtrat die Weichen für die Ansiedlung von Opel auf dem alten Dannenbaumgelände in Bochum-Laer gestellt. Eröffnet wurde das neue Opelwerk im Oktober 1962. Schnell mauserte sich Opel mit über 20.000 Beschäftigten zum größten Arbeitgeber in Bochum. Der Erfolgsschlager war jahrelang der Kadett, und bei Opel arbeiten zu können, war etwas Besonderes. Doch solche Zahlen und Meldungen gehören leider längst der Vergangenheit an.

Opel Bochum hat bereits einen tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess hinter sich gebracht, der mit einem enormen Arbeitsplatzabbau verbunden war. Seit 2004 kämpft die Belegschaft, massiv unterstützt durch die Bochumer Bevölkerung und die Kommunalpolitik, um den Standort und den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Doch der Standortsicherungsvertrag hatte seinen Preis. Allein im Zeitraum von 2004 bis heute wurden rund 4.100 Arbeitsplätze abgebaut. Heute befinden sich in Bochum noch rund 6.000 Arbeitsplätze. Und die Sorgen, Ängste und der Kampf nehmen kein Ende. Das aktuelle Sanierungskonzept von General Motors, der Opel-Mutter, sieht weitere 1.800 Stellen vor, die in Bochum "sozialverträglich" abgebaut werden sollen, um dem Standort mittelfristig eine Chance zu geben.

Eine Entwicklung, die nur schwer von der Politik zu beeinflussen ist. Aber Politik kann auf jeden Fall klipp und klar Position beziehen. Zumal Opel Deutschland ja staatliche Hilfe und Unterstützung einfordert.

Wir erwarten und fordern, den Erhalt aller Opelstandorte in Deutschland; eine Standortgarantie für unser Werk in Bochum; falls der weitere Stellenabbau wirklich unvermeidlich sein sollte, muss er so gering wie möglich und auf jeden Fall sozialverträglich erfolgen; betriebsbedingte Kündigungen lehnen wir ab; es soll intensiv über Modelle zur Arbeitszeitverkürzung und über Austrittsprogramme verhandelt werden; die Ausbildungsplätze müssen erhalten bleiben und die Auszubildenden sollen so weit wie möglich übernommen werden.

Die ganz aktuellen Meldungen aus Amerika enttäuschen aber die Hoffnungen und Erwartungen der Opelaner zu tiefst. Statt in Deutschland, statt bei uns in Bochum soll der Ampera nun offensichtlich am Stammsitz von General Motors in Detroit gebaut werden. Welches Spiel wird da nur wieder getrieben? Noch vor wenigen Tagen klang das alles ganz anders. Um aber langfristig eine Chance zu haben, benötigt der Standort Bochum mehr als nur eine Produktlinie. Das weiß auch GM ganz genau.

Konkret für Bochum erwarten und fordern wir darüber hinaus, dass in Bochum neben dem neuen Zafira eine zweite Modellreihe, zum Beispiel der Astra-Caravan, gebaut wird; den Erhalt der Getriebeproduktion und dass der Ampera, das neue Elektroauto der Firma Opel, bei uns produziert wird, denn wie bei keinem anderer Standort können in Bochum Vernetzungen mit externen Forschungseinrichtungen verwirklicht werden.

Wir wollen, dass Opel nur dann auf die Hilfe des Staates zählen kann, wenn es verbindliche Zusagen zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Konzept gibt. Denn es geht nicht nur um die 6.000 Arbeitsplätze bei Opel. Es geht um tausende von Arbeitsplätzen in der Zulieferindustrie, im Handwerk und im Umfeld. General Motors muss sich auch dieser Verantwortung bewusst sein.

Das sagt die SPD

Hannelore Kraft: Keine betriebsbedingten Kündigungen bei Opel in Bochum

(07.04.10) "Die Beschäftigten bei Opel und ihre Familien haben Anspruch darauf, dass nun schnell eine klare Perspektive für Opel geschaffen wird. Das ist längst überfällig. Laut Opel-Chef Nick Reilly sind nur noch wenige offene Fragen mit dem Bund und den Ländern zu klären. Das Schicksal von Opel darf nicht zum Wahlkampfthema gemacht werden!"

Hannelore Kraft: Wir sind alle zutiefst verärgert über den Poker von General Motors

(04.11.09) Zur Ankündigung von General Motors (GM), Opel jetzt doch nicht an den kanadisch-österreichischen Konzern Magna abzugeben, erklärte Hannelore Kraft, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, heute in Düsseldorf: "Wir sind alle zutiefst verärgert über den Poker von General Motors auf dem Rücken der Opel-Beschäftigten und ihrer Familien in Europa. Monatelange gezielte Zeitverzögerungen, langes Herumlavieren und eine bewusste Hinhaltetaktik aus Detroit - so geht man nicht mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch nicht mit den beteiligten politischen Entscheidungsträgern um.

Eilantrag der Fraktion der SPD

(30.03.09) Opel am Standort Bochum erhalten - Jetzt einen Pakt des Vertrauens schmieden!
Das Land Nordrhein-Westfalen erklärt seine Bereitschaft, sich - wenn das erforderlich ist, um die Zukunft von Opel und den Standort Bochum zu sichern - zeitlich befristet an dem Unternehmen zu beteiligen. Voraussetzung ist die Vorlage eines tragfähigen Zukunftskonzeptes für Opel.